Am 9. August traf sich eine Gruppe mit Christoph mit seiner Tochter Laurance und Hans mit Leuten vom Kanuclub Zurzach um zirka 9.30 Uhr am Einsteigeplatz der Taubengiessen.

Weil Ruth aus dem Schwarzwald und ihr Mann zur gleichen Zeit ankamen, konnte man schon ein Auto an den Aussteigeort stellen. Um zirka 10:30 Uhr kamen auch die restlichen Zurzacher an und so konnte man gleich lospaddeln, immer der schwachen Strömung nach.

Die Brugger hatten einen Kanadier und ein Seakajak dabei, was sich als gute Wahl für das weitgehend flache Gewässer erweisen sollte. Die Zurzacher rückten mit Seakajak, Creeker oder sogar Playbooten an. Wer in den letzteren beiden sass, machte auf der Strecke entweder ein Konditionstraining oder wurde schnell (zu) müde. Unterwegs traf man Dutzende Paddler, die allermeisten davon in Mietkanadier. Unterwegs gab es viermal einen Schwall, die auch für Neulinge zu meistern waren. Ungefähr in der Mitte gab’s eine ausgiebige Sandwich-Pause, denn Feuer machen war wegen der Trockenheit verboten.

Wer wollte, badete im frischen Wasser.

Mit der Wärme von gegen 30 Grad Celsius leisteten uns einige Mücken Gesellschaft, was je nach Person gar nicht oder sehr schmerzhaft zu Kenntnis genommen wurde. Gegen Ende der Tour mussten die Boote zweimal umgetragen werden. Um zirka 16:00 kamen auch die letzten, müden Paddler am Zielort an und sofort wurden die Fahrer der Autos an den Einsteigeort gefahren und der Rest machte sich ans Boot reinigen und umziehen. Alles in allem eine richtige Familientour, die jedoch wegen der fast zweistündigen Anfahrt (155 km) den ganzen Tag in Anspruch nimmt. Die Tour ist gut im Internet dokumentiert.
Dies Taubergiessen bedeutet eine landschaftlich schöne, zumeist einsame Paddeltour in einer der wenigen noch erhaltenen Rheinauenlandschaften.

Das Naturschutzgebiet Taubergießen (www.themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de) liegt am rechten Ufer des Oberrheins mittig zwischen den Städten Offenburg und Freiburg. Es umfasst mit einer Länge von ca. 12 Kilometern und einer Breite von bis zu 2,5 Kilometern eine Fläche von 1680 ha. Das Taubergießen zeigt sich als eine weitläufige Wiesen- und Waldlandschaft mit einem dichten Gewässernetz.

Neben dem namengebenden Taubergießen gibt es viele miteinander verbundene Altarme des Rheins sowie ein ausgedehntes Netz von Quellgewässern. Diese bieten mit ihrem klaren, nährstoffarmen Wasser einen besonderen und seltenen Lebensraum mit einer Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tierarten.

Im Laufe des Ausbaus des Rheins zu einem Schifffahrtsweg wurden die damaligen Nebenarme und Schleifen vom heutigen Rheinverlauf getrennt. Dennoch sickert auch heute ein Teil des Grundwassers vom Rhein in das Taubergießen, so dass die vielen kleinen Altarme heute ganzjährig Wasser führen.

Der Name „Taubergießen“ stammt von einem gleichnamigen Gewässerlauf im nördlichen Teil des Gebietes. „Gießen“ sind von Grundwasser gespeiste Fließgewässer, die für das Naturschutzgebiet besonders charakteristisch sind. „Taub“ geht auf eine alte Bezeichnung von Fischern für ein nährstoffarmes Gewässer zurück. Durch das Taubergießengebiet führt eine durchgehende Bootsfahrstrecke von Süden nach Norden (Länge ca. 16 km).

Die Strecke ist von 8 – 20 Uhr freigegeben und kann auch in Teilabschnitten befahren werden. Die Ein- und Ausstiegsstellen sind ausgeschildert. Sie dürfen zum Ein- und Ausladen der Boote zumeist mit dem Auto angefahren werden.

Text Hans Rüssli Bilder Hans Rüssli und Christoph Kamber